Was macht ein Mechatroniker, wenn ihm die Elektrotechnik zu eintönig wird? Er übernimmt die Suppenbar seiner Mama!

Langeweile ist ein Wort, das Andreas Molzenbichler nicht kennt. Der kommunikative Bartträger hat bereits einige Stationen in seinem Leben durchlaufen. Mechatroniklehre – Geschichte-Studium – Papa – und jetzt Gastronom. Er ist ein Beispiel für die junge Generation, die nach dem Motto „lebe deinen Traum und träume nicht dein Leben“ handelt.

Der gelernte Mechatroniker hängte seinen Krisensicheren Beruf an den Nagel, als er erkannte, dass „the American way of working“ mit gutem Gehalt, aber beständig wachsenden Aufgaben , die in ständig kürzerer Zeit zu erledigen waren, in seinem Betrieb Einzug gehalten hatte. Als  Partner und Papa eines dreijährigen Sohnes wollte und konnte er das nicht mit seiner Vorstellung von einem partnerschaftlich gleichberechtigten, lebenswerten Familienleben in Einklang bringen.

Suppe gut, alles gut

Als just zu jener Zeit, die von seiner Mutter Johanna Molzenbichler gegründete Suppenküche nach einem neuen Mitarbeiter verlangte, zögerte der junge Mann nicht lange und wechselte in die Gastronomie, ersetzte Elektronenmikroskop durch Induktionskochfeld und für Chips zog er ab nun Kartoffel dem Silizium vor.

Supperlativ: Name bürgt für Qualität

Supperlativ nannte Johanna Molzenbichler ihre Suppenbar. Nichts Geringeres als die höchste Steigerung der Suppenkochkunst war ihr Ziel. Bereits seit vielen Jahren keimte in der rüstigen Teilzeitpflegehelferin der Wunsch, eine eigene Suppenküche zu eröffnen. Lernte sie das Konzept doch schon vor mehr als 20 Jahren an ihrem damaligen Wohnort am Bodensee kennen. Und jetzt, in Altersteilzeit, war die Zeit endlich reif für die Verwirklichung ihres Traums.

Nach dem Motto „Esse deine Suppe gern“ zauberte sie täglich zwei Suppenvarianten, eine fleischlose, meist sogar vegane Variante und eine mit Fleischingredienzien. Das Angebot wurde so gerne angenommen, dass sie Verstärkung brauchte. Und hier trat Sohn Andreas auf den Plan.

2020 nahm er das Ruder in die Hand. Er behielt das Konzept bei und seit dem Zeitpunkt arbeiten das harmonisch funktionierende Mutter Sohn Gespann erfolgreich daran, die stetig wachsende Kundenschar mit gesunden, schmackhaften Speisen und Eintöpfen zu verwöhnen. Bereits von Anfang an setzten die Gastronomen auf den Mitnahmeservice „soup to go“. Ein Service, der ihnen in den langen COVID 19 bedingten Schließzeiten viel Kummer erspart und ihren Kunden viel Freude beschert hat.

Slow food heißt auch entspannt essen

„Uns ist wichtig, den Menschen zu einer möglichst entspannten Mittagspause zu verhelfen“, erzählt Andreas Molzenbichler. „Die Kombination aus einer stärkenden Labung mit unseren gesunden Suppen in einem Park oder an der Drau und einem Sonnenbad verdoppelt die Entspannung an einem langen Arbeitstag. Unsere Suppen und Eintöpfe lassen sich unkompliziert löffeln, schlürfen oder trinken, wo und wie es unseren Kundinnen und Kunden beliebt. Kommen, riechen, schauen, schmecken, Erinnerungen an Mamas Suppe spüren, entschleunigen – wohlig satt wieder an die Arbeit gehen oder wohin auch immer, das ist unser Angebot.“

Die Verpackung der „soup to go“-Gerichte besteht natürlich aus umweltfreundlichen Recyclingmaterialen wie Maisstärke und Papier. Gerne füllen Andreas und Johanna aber auch in mitgebrachte Vorratsbehälter ab.

Gemütlichkeit und Atmosphäre spürt man auch im kleinen Lokal. Liebevoll dekoriert genießt der Gast seine Suppe stehend am Tresen oder Stehtisch, sitzend im Lokal oder im „Schanigarten“ vor dem Lokal. Ungefähr fünfzehn Leute können gleichzeitig bewirtet werden.

Natürlich, regional und international

Auch bei der Auswahl der Rohstoffe ist das Team „supperlativ“. „Wir achten auf Regionalität und kaufen gerne auch Ware außerhalb der „EU – Gurkennorm“, schmunzelt Johanna Molzenbichler. „Wir kochen ohne Zusatzstoffe, nur mit natürliche Zutaten, Gewürzen und Kräutern und richten uns nach dem saisonalen Angebot.“

Ein großes Steckenpferd von Johanna Molzenbicher ist die Suppen- und Eintopfküche von anno dazumal. Als gelernte Dorfhelferin mit Gastroausbildung kocht sie nach eigenen Rezepten und hat sogar noch welche von ihrer Mutter auf Lager. „Wie von daham“ nennt sie liebevoll die Linie von Gries-Karottensuppe bis Szegediner Gulasch, vom Kärntner Ritschart bis zur Einbrennsuppe.

Die Mischung aus traditionell und international macht den urbanen Charme der Suppenbar aus. Andreas ist experimentierfreudig und nimmt ständig neue Rezepte ins Repertoire auf. Als Inspirationsquellen dienen Kochbücher, Reisen und Rezeptvorschläge, die nicht selten von der treuen Stammkundschaft vorgeschlagen werden. So finden sich eine Afrikanische Bananensuppe ebenso auf der Tageskarte wie ein Marokkanischer Kichererbsen-Eintopf oder ein indisches Hühner Masala.

Wer übrigens glaubt, Suppen und Eintöpfe seien eher eine typische Winterspeise, dem sei ein Blick in die Ferne empfohlen. Geeiste Gurkensuppe, Gazpacho, Couscous oder Taboulé sind herrliche Sommererfrischungen. Suppen haben immer Saison.

Öffnungszeiten

Gemütlichkeit und Entschleunigung lernt man bei Johanna und Andreas Molzenbichler kennen und schätzen. Und sobald es die COVID-Lage erlaubt lässt sich das von Montag bis Donnerstag von 11 bis 15 Uhr und Freitag von 11 bis 14 Uhr wieder im Supperlativ erleben. Bis dahin heißt es weiterhin „take a soup and let the sunshine“.

Supperlativ
Ing. Andreas Molzenbichler
Moritschstrasse 7
9500 Villach

Tel.:  04242 24542

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag von 11 bis 15 Uhr und Freitag von 11 bis 14 Uhr

Alle Gerichte werden täglich auf der Supperlativ  facebookseite angekündigt.